Solarstrom durch Photovoltaikanlage

Rentiert sich die Investition? Und welchen Beitrag leistet der selbst erzeugte Ökostrom zum Klimaschutz?

Die Zahlen sprechen für sich: Mehr als 80 Prozent der Deutschen sehen Handlungsbedarf beim Klimaschutz. 92 Prozent befürworten den Ausbau erneuerbarer Energien wie Photovoltaik (PV). Schon heute liefern rund 1,7 Millionen installierte Photovoltaikanlagen etwa neun Prozent des in Deutschland produzierten Stroms. Dennoch fragen sich viele Verbraucher: Welchen Beitrag leistet ein eigenes „Solarkraftwerk“ auf dem Hausdach für den Klimaschutz? Und lohnt sich die Investition trotz hoher Anschaffungskosten?

Lohnende Investition

Die Antwort: PV rechnet sich – heute und in Zukunft. Obwohl die garantierte Einspeisevergütung, geregelt im Erneuerbare- Energien-Gesetz (EEG), rückläufig ist, rentiert sich die Stromversorgung über die eigene Hausdachanlage in den allermeisten Fällen. Bevor jedoch mit den Solarzellen Geld verdient wird, steht eine größere Investition an. Eine einfache Fünf-Kilowatt- Anlage für ein Einfamilienhaus kostet rund 6 500 Euro. Im Gegenzug erhält der Eigentümer pro eingespeiste Kilowattstunde Strom aktuell 9,30 Cent (Stand Mai 2020) – 20 Jahre lang. Abhängig von Sonnenstunden, Stromertrag und Eigenverbrauchsanteil, hat sich die PV-Dachanlage in 15 Jahren selbst abbezahlt. Ab dann liefert sie für weitere Jahre günstigen Sonnenstrom. Wer seinen Eigenverbrauch mit einem Solarstromspeicher erhöht, spart zusätzlich. Der Grund: Eine Hausdachanlage erzeugt vorwiegend tagsüber Sonnenstrom. Die meisten Menschen sind dann jedoch außer Haus und brauchen daheim wenig Strom. In den Abend- und Morgenstunden, wenn Haushaltsgeräte kräftig Strom ziehen, zahlten Verbraucher für Strom aus dem Netz zu Jahresbeginn durchschnittlich 31 Cent pro Kilowattstunde. Die Verbrauchskosten waren also höher, als der Verkauf des selbst erzeugten Stroms einbrachte. Die Lösung: Solarstromspeicher. Sie nehmen die Energie vom Dach auf und geben sie ab, wenn der
Bedarf da ist. Der Eigenverbrauchsanteil erhöht sich dadurch auf bis zu 60 Prozent. Die Alternative zu physischen Speichern bieten Strom-Cloud- Anbieter. Nicht genutzter Dachstrom wird über das Netz virtuell in einer Cloud gespeichert und abgerufen, wenn er gebraucht wird. Viele Energieversorger bieten PV- Komplettlösungen zu attraktiven Konditionen an. Es gibt zahlreiche Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite, die sich zum Teil kombinieren lassen, wie dieser Link aufschlussreich zeigt: ? mehr.fyi/pv-foerderung

Das Klima sagt Danke

Finanziell können PV-Dachanlagen also die Haushaltskasse entlasten, aber schonen sie auch das Klima? Die Produktion von Solarmodulen erfordert einen hohen Energieaufwand – etwa für den Rohstoffabbau, die Zell- und Metallproduktion oder die Installation inklusive Rahmen und Aufständerung. Die Technik ist jedoch mittlerweile so weit ausgereift, dass die Anlagen den energetischen Aufwand ihrer Herstellung bereits nach ein bis drei Jahren selbst wieder reinholen. Anschließend erzeugt die Anlage bis zu 30 Jahre lang klimaneutral Strom für den Eigenverbrauch oder zum Einspeisen ins Netz. 2019 wurden insgesamt rund 805 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) in Deutschland ausgestoßen. Jeder Einzelne hat die Möglichkeit, seinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Eine Fünf-Kilowatt-Hausdachanlage spart pro Jahr mehr als drei Tonnen CO2 ein. Der eingespeiste Solarstrom verdrängt fossilen Strom aus Stein- und Braunkohlekraftwerken aus dem Strommarkt. In der Folge sinkt der Ausstoß der Treibhausgase. Wie stark die Sonnenenergie das Klima entlastet, zeigt der Vergleich mit einem der wichtigsten Kohlendioxid- Speicher: dem Baum. Das Wald-Zentrum der Universität Münster hat errechnet, dass eine Buche im Schnitt pro Jahr 12,5 Kilogramm CO2 bindet. Um eine Tonne des Klimagases in Holz umzuwandeln, muss der Laubbaum also 80 Jahre wachsen. Für die Einlagerung einer Tonne CO2 pro Jahr braucht es demnach 80 Buchen. Verglichen mit den drei Tonnen CO2 pro Jahr, die eine Fünf-Kilowatt-Dachanlage spart, müssten 240 Buchen gepflanzt werden, um auf das gleiche Ergebnis zu kommen. Aber warum entweder oder?! Für das Klima ist es am besten, Bäume zu pflanzen und sich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zu installieren.

Was tun, wenn die EEG-Förderung ausläuft?

Nach 20 Jahren Betrieb erhalten im kommenden Jahr die ersten PV-Anlagen keine Einspeisevergütung mehr. Damit sich ihr Betrieb weiterhin lohnt, empfehlen Experten den Besitzern, möglichst viel Solarstrom selbst zu verbrauchen. Dazu müssen sie den eigenen Zähler umrüsten. Erfahrungsgemäß liegt der Eigenverbrauch bei 30 Prozent, mit Solarstromspeichern bei bis zu 60 Prozent. Speicher kosten derzeit etwa 800 Euro pro Kilowattstunde. Eigentümer sollten individuell prüfen, ob sich eine Installation rechnet. Vielen Anlagenbetreibern geht es aber in erster Linie nicht ums Geld: Sie wollen das Klima entlasten. Altanlagen erzeugen für weitere zehn bis 15 Jahre CO2-neutral Strom.