Strompreise im Höhenflug

Gestiegene Großhandelspreise lassen Strom und Gas teurer werden. Ein Ende des Aufwärts-Trends ist nicht abzusehen.

Für jede ausgestoßene Tonne Kohlendioxid müssen Kraftwerke und Industrieunternehmen ein CO2-Zertifikat besitzen. So hat es die EU-Kommission beschlossen, um den Ausstoß des Treibhausgases zu verringern. Der Preis für diese „CO2-Papiere“ ist innerhalb eines Jahres auf das Vierfache angestiegen, was zur Folge hat, dass der Großhandelspreis für Strom ein Rekordniveau erreicht hat. Ein Ende der kletternden Preise ist nicht in Sicht.

Handelbar sind CO2-Zertifikate seit der Einführung des europäischen Emissionshandels im Jahr 2005. Laut EU sind in dem System rund 11.000 Kraftwerke und Fabriken in 31 Ländern sowie alle dort operierenden Fluggesellschaften registriert. Die Beteiligten müssen mit den Zertifikaten ihre tatsächlichen CO2-Emissionen abdecken. Wer umstrukturiert und seinen Ausstoß verringert, kann überschüssige Zertifikate verkaufen. Ziel ist es, Unternehmen und Fabriken einen finanziellen Anreiz zu bieten, ihren CO2-Ausstoß zurückzufahren.

Strom- und Gaspreise ziehen an

Hinter dem explosionsartigen Preisanstieg der CO2-Zertifikate stecken neue EU-Regularien, die das Angebot der Zertifikate merklich sinken lassen. Durch die Verknappung will die Europäische Union den Ausstoß sogenannter Klimagase weiter reduzieren.
Neben dem Börsenhandel mit Emissionsrechten gibt es viele weitere Faktoren, die Einfluss auf die Strompreisentwicklung nehmen und bei der Kalkulation durch den Stromversorger berücksichtigt werden müssen. Umlagen und staatliche Abgaben wie etwa die EEG-(Erneuerbare Energien Gesetz)Umlage und die Netzentgelte machen dabei einen hohen Anteil aus. Auch die Kosten für die Gasbeschaffung verzeichnen einen starken Anstieg, für Gas mussten Versorger in den letzten zwei Jahren schon rund
40 Prozent mehr bezahlen.