Neuer Komfort für Radler

Gaildorf macht Nägel mit Köpfen, was die Gestaltung einer fahrradfreundlichen Stadt betrifft. Jetzt neu: Fahrradschutzstreifen an den Hauptverkehrsstraßen.

Fahrradfahren ist eine gute Sache, das ist nicht erst seit vorgestern klar. Nur – hier und da haben es die Radler schwer, sich gegen die vierrädrigen Vehikel auf den Straßen zu behaupten. Im Zweifel ziehen sie den Kürzeren, wodurch das Radfahren gerade auf städtischen Hauptstraßen teils zu einem ungemütlichen Unterfangen wird. In Gaildorf ziehen sich seit einigen Monaten neue Fahrbahnmarkierungen über die Straßen. Als klar sichtbare Abgrenzung kennzeichnen diese die neuen Fahrradschutzstreifen und bilden eines der Ergebnisse des intensiven städtischen Engagements für Berufspendler und Freizeitradler. Die Stadt Gaildorf will Pedaleuren mehr Sicherheit und Komfort bieten, gleichzeitig sollen alle Bürger dazu motiviert werden, sich häufiger auf den Sattel anstatt hinters Lenkrad zu schwingen. Auf Initiative der Stadt, auch im Zusammenhang mit dem „RadNETZ BW“-Projekt des Landes, wurde ein Radwegkonzept mit Schutzstreifen innerhalb und -außerhalb der Ortsdurchfahrt von Gaildorf ausgearbeitet und umgesetzt. Der neue Fahrstreifen ist nach der -Installation einer E-Ladestation, Fahrradbügeln, Unterstellmöglichkeiten sowie einer Reparaturstation am Alten Schloss ein weiterer Schritt in Richtung einer fahrradfreundlichen Stadt. Bürgermeister Frank Zimmermann betont: „Wir wollen den Radverkehr weiterhin stärken und die Sicherheit beim Fahren erhöhen. Denn Radfahren ist gelebter Klimaschutz und tut der eigenen Gesundheit gut.“

 

Die Stadt Gaildorf bietet Berufs- und Freizeit-Pedaleuren nun mehr Sicherheit: An allen Hauptverkehrsstraßen wurden Fahrradschutzstreifen angebracht.

Reden folgen Taten

Das „RadNETZ BW“-Konzept des Landes Baden-Württemberg, dessen Umsetzung 2016 beschlossen wurde, verbindet und durchquert landesweit alle Ober- und Mittelzentren über definierte Hauptrouten für den Radverkehr. Ziel dabei sind durchgehende, sicher und an-genehm befahrbare Straßen mit einheitlicher Wegweisung. Das RadNETZ-Grundgerüst, in das auch die Landesradfernwege integriert sind, weist eine Streckenlänge von rund 7000 Kilometern auf, etwa 700 der 1101 Kommunen sind angebunden. Ausdrücklich erwünscht ist die Erweiterung dieses Radwegenetzes durch regionale und lokale Projekte. Gaildorf lässt sich diesbezüglich nicht lumpen und gibt Gas, was den Ausbau einer besseren Fahrrad-Infrastruktur angeht. „Über das Thema Klimaschutz wird bei uns nicht nur gesprochen. Wir lassen konkrete Taten folgen“, so -Bürgermeister Frank Zimmermann.

 

Mehr Radfahrer, weniger Stau

Wer meint, Autofahrern würde mit dem Fahrradschutzstreifen Platz weggenommen, der irrt: „Es findet faktisch keine Umverteilung von Verkehrsraum statt, lediglich wird die bisherige Regelung durch die Markierungen deutlicher gemacht. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass die gefahrenen Geschwindigkeiten sinken“, erklärt Dr. Daniel Kuhn, Sprecher des Rathauses in Gaildorf. Erfreulich ist: Es gab zwar gerade während der laufenden Baumaßnahmen auch kritische Stimmen, „inzwischen haben sich aber alle mit den Markierungen abgefunden, und die meisten begrüßen die Fahrradschutzstreifen sehr“, so Kuhn. „Ich selbst stelle immer wieder fest, dass man sich als Fahrradfahrer definitiv unter den neuen Bedingungen sicherer fühlt und im Straßenverkehr einfach besser wahrgenommen wird.“ 

Gaildorf ist eine Staustadt, weil sich dort zwei große Verbindungen kreuzen. Seit Jahrzehnten hoffen Bürgerinnen und Bürger auf eine Ortsumfahrung, die laut Regierungspräsidium nun bis zum Jahr 2030 realisiert werden soll. Bürgermeister Frank Zimmermann möchte schon jetzt Schritt für Schritt dafür sorgen, dass sich die Stausituation bessert – im Idealfall durch Menschen, die aufs Rad umsteigen und sich und dem Klima dadurch Gutes tun. 

Achtung!

Ein Fahrradschutzstreifen ist kein Fahrradweg! Ein ausgewiesener Fahrradweg ist breiter und darf von Autos nicht überfahren werden. Ein Fahrradschutzstreifen darf kurzfristig von Autos überfahren werden – wenn kein Radfahrer da ist –, um anderen Verkehrsteilnehmern auszuweichen.